Gegenstandskatalog zur Abschlussprüfung für die Anerkennung als Klinischer Chemiker/Klinische Chemikerin

(Der Gegenstandskatalog tritt am 4. Mai 2015 in Kraft)



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A. Grundlegende Kenntnisse
 
A.1 Chemie
  • Kenntnis homogener und heterogener Systeme

  • Kenntnis von Verteilung und Absorption unter besonderer Berücksichtigung von Trennverfahren

  • Kenntnis atomarer und molekularer Strukturprinzipien einschließlich stöchiometrischer und Isotopen-chemischer Aspekte

  • Kenntnis thermodynamischer Gesetze einschließlich ihrer Anwendung in Analytik und in biologischen Systemen

  • Kenntnis reaktionskinetischer Gesetze einschließlich katalytischer Reaktionen und des radioaktiven Zerfalls

  
A.2 Biochemie und Medizin
  • Struktur und Funktion von Zellen

  • Metabolismus und Metabolite

  • Art und Funktion von Enzymen

  • Endokrine, parakrine und autokrine Regelkreise

  • Signaltransduktion

  • Proliferation, Apoptose und Zellnekrose

  • Organisation des Körpers auf chemischer, zellulärer und Gewebeebene

  • Kenntnis der Anatomie des Körpers hinsichtlich des Integuments, der skeletalen, nervalen,  kardiovaskulären (einschließlich Blut, Blutgefäße und Lymphsystem), respiratorischen, renalen (einschließlich der ableitenden Harnwege), gastrointestinalen und endokrinen Systeme

  • Kenntnis der embryonalen Entwicklung von der Konzeption bis zur Geburt

  • Grundkenntnisse der Vererbung, der DNS und der Humangenetik

  • Grundkenntnisse der Infektiologie einschließlich der Bakterien, der Viren und der Virusreplikation

 

 

A.3 Statistik

  • Mittelwert und Variabilität

  • Häufigkeitsverteilung und Vertrauensbereiche

  • Hypothesenprüfung und Beurteilung von Messreihen

  • Korrelation und Regression

 

 

B. Allgemeine Grundlagen der Klinischen Chemie
 

B.1 Indikationen für klinisch-chemische Untersuchungen

Unter Anderem:
  • Zur Früherkennung von Erkrankungen

  • Bei epidemiologischen Fragestellungen

  • Für krankheitsspezifische Diagnosen

  • Für organbezogene Diagnostik

  • Zur Überwachung der Vitalfunktionen

  • Zur Überwachung therapeutischer Maßnahmen einschließlich der Medikamentenspiegelbestimmungen

  • Im Rahmen stufendiagnostischer Konzepte

  • Bei der Anwendung von Funktionstests

  • Zur Charakterisierung und Unterscheidung von Körperflüssigkeiten

 

 

B.2 Präanalytik

Unter Anderem:
  • Probengewinnung unter Berücksichtigung von Einflussgrößen und Störfaktoren

  • Vollblut-, Serum- und Plasmaproben

  • Identifikation von Patienten und Proben

  • Probentransport, Probenvorbereitung und Probenlagerung

  • Einfrier- und Auftauprozesse

 

B.3 Analytische Prinzipien und Techniken

Unter Anderem:
  • Trenntechniken einschließlich Chromatographie, Elektrophorese und Dialyse

  • Grundsätze qualitativer Nachweise

  • Grundsätze quantitativer Bestimmungsmethoden wie Kalibration, Rückführbarkeit

  • Kinetische Verfahren und Endpunktverfahren

  • Analytische Verfahren, zum Beispiel:

-        Photometrische Verfahren

-        Spektrometrische Verfahren

-        Elektrochemische Verfahren

-        Techniken der Nukleinsäureanalyse

-        Immunchemische Verfahren

-        Durchflusszytometrische Verfahren

-        Verfahren unter Benutzung radioaktiver Isotope

-        Bestimmung von Enzymaktivitäten und Substratkonzentrationen einschließlich enzymatischer Tests

  • Messinstrumente und Mechanisierung analytischer Prozesse

  • Elektronische Datenverarbeitung

 

B.4 Postanalytik

Unter Anderem:
  • Referenzintervalle und biologische Variabilität einschließlich der Einflüsse von Genetik, Umwelt, Alter, Geschlecht, Ernährung, circadianer Rhythmen, Jahreszeiten

  • Prädiktiver Wert klinisch-chemischer Kenngrößen einschließlich von diagnostischen Sensitivität und Spezifität

  • Penetranz genetischer Merkmale

  • Fallbezogene Interpretation von Befunden (Longitudinal- und Transversalbeurteilung, Extremwerte, Kritische Differenzen)

 

B.5 Validation analytischer Verfahren

Unter Anderem:
  • Analytische Unbestimmtheit einschließlich Impräzision und Unrichtigkeit

  • Referenzmethoden und Rückführbarkeit

  • Analytische Sensitivität und Spezifität

  • Messbereich

  • Einflussgrößen und Störfaktoren

  • Verschleppung

  • Methodenvergleich

 

B.6 Klinisches Training

Unter Anderem:
  • Teilnahme an klinischen Visiten und interdisziplinären Fallbesprechungen

  • Teilnahme am Konsiliardienst

 

 

B.7 Forschung und Entwicklung

Unter Anderem:
  • Entwicklung neuer Verfahren

  • Analytische und klinische Validierung neuer Messverfahren und Kenngrößen

  • Statistische Auswertung klinisch-chemischer Daten zur Erkennung von unter Anderem Krankheitsassoziationen und Medikamenteneinflüssen

  • Teilnahme an klinischen Studien

  • Publikation von Ergebnissen aus Forschung und Entwicklung

 

 

B.8 Qualitätssicherung

Unter Anderem:

  • Analytische Qualitätssicherung einschließlich interner und externer Qualitätskontrolle (entsprechend der aktuellen Richtlinie der Bundesärztekammer zur Sicherung der Qualität medizinischer Untersuchungen)

  • Sicherung der Prozessqualität mittels Qualitätsmanagementsystemen mit zum Beispiel Standardarbeitsanweisungen, Regelung der Dokumentation relevanter Prozesse und Daten (RiliBÄK Teil A und Akkreditierung nach ISO 15189)

  • Sicherung der Mitarbeiterkompetenz durch Weiterbildung, interne und externe Fortbildungen und Schulungen

 

B.9 Labormanagement

Unter Anderem:
  • Auswahl klinisch-chemischer Instrumente

  • Prozessplanung und Prozessüberwachung

  • POCT

  • Managementkenngrößen

  • Gesetze, Verordnungen und Richtlinien, unter Anderem: Infektionsschutzgesetz, Transfusionsgesetz, Gendiagnostikgesetz, MTA-Gesetz, Medizinproduktegesetz und Medizinproduktebetreiberverordnung, Biostoffverordnung, Gefahrstoffverordnung, Richtlinie zur Beförderung gefährlicher Güter, Richtlinien zum Datenschutz

  • Ethische Richtlinien wie Vertraulichkeit, Patienteneinverständniserklärungen und ähnliches