Verfahrensordnung der Kommission für die Erteilung der Anerkennung als Klinischer Chemiker/Klinische Chemikerin der Deutschen Vereinten Gesellschaft für Klinische Chemie und Laboratoriumsmedizin

(Fassung vom 15.12.2005)

Inhaltsverzeichnis

1. Anerkennungskommission
2. Inhalt und Organisation der Weiterbildung
3. Durchführung des Weiterbildungsverfahrens
4. Abschlussprüfung
5. Anerkennung als Klinische/r Chemiker/in
6. Fortbildungszertifikate
7. Geltung der Verfahrensordnung

 

 

 

 

 

 

 

 

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1. Die Kommission für die Erteilung der Anerkennung als Klinischer Chemiker / Klinische Chemikerin

 

Die Anerkennungskommission arbeitet gemäß den Richtlinien zur Weiterbildung und Anerkennung als Klinische Chemikerin/Klinischer Chemikerin vom 23.11.2004 und hat folgende Aufgaben:

  • Überprüfung der Weiterbildungsstätten und Erteilung der Ermächtigungen für die Weiterbildung zur Klinischen Chemikerin/zum Klinischen Chemiker
  • Registrierung der Weiterzubildenden
  • Durchführung der Abschlussprüfungen zur Anerkennung als Klinische Chemikerin/Klinischer Chemiker
  • Erteilung der Anerkennung als Klinische Chemikerin/Klinischer Chemiker
  • Organisatorische Unterstützung der überregionalen Weiterbildung (Repetitorien und Kurse)
  • Regelmäßige Aktualisierung des Gegenstandskatalogs für die Anerkennung als Klinische Chemikerin/Klinischer Chemiker
  • Erteilung der Fortbildungszertifikate

Die Zusammensetzung der Anerkennungskommission ergibt sich aus §11 der Satzung der Deutschen Vereinten Gesellschaft für Klinische Chemie und Laboratoriumsmedizin (DGKL) e.V. vom 26.09.2014.

Die Erteilung der Anerkennung als Klinischer Chemiker erfolgt durch eine Kommission, die sich zusammensetzt aus einem vom Präsidium bestimmten Mitglied des Präsidiums, dem oder der Beauftragten des Präsidiums für das Repetitorium „Klinische Chemie“, sowie vier ordentlichen Mitgliedern der Gesellschaft, die Inhaber der Anerkennung als Klinischer Chemiker sind. Alle Mitglieder der Kommission werden vom Präsidium berufen. Die Amtszeit der berufenen Mitglieder beträgt drei Jahre. Wiederberufung ist möglich.

Der Sekretär ist für die Organisation der Arbeit der Anerkennungskommission, die Führung des Registers der Inhaber der Anerkennung als Klinische Chemikerin/Klinischer Chemiker und die Erteilung der Fortbildungszertifikate verantwortlich. Er/sie leitet das Sekretariat der Fort- und Anerkennungskommission.

Die Anerkennungskommission erledigt ihre Aufgaben soweit wie möglich auf schriftlichem Wege. Sollen Entscheidungen in einer Sitzung der Anerkennungskommission getroffen werden, ist zu gewährleisten, dass Kommissionsmitglieder, die an einer Sitzung nicht teilnehmen können, ihr Votum in schriftlicher Form rechtzeitig vor der Sitzung abgeben können.

Beschlüsse bedürfen der einfachen Stimmenmehrheit. Abweichende Voten können zu Protokoll gegeben werden. Beschlussfähigkeit ist gegeben, wenn wenigstens vier Mitglieder anwesend sind. Bei Stimmengleichheit entscheidet die Stimme des Vorsitzenden.

Alle Verfahrensschritte der Fort- und Weiterbildungskommission sind zu dokumentieren. Nach Abschluss des Verfahrens verbleiben die Originalunterlagen im Sekretariat der Anerkennungskommission, Kopien sind zu vernichten.

Die Mitglieder der Anerkennungskommission sind zur Vertraulichkeit verpflichtet.

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2. Inhalt und Organisation der Weiterbildung


2.1
Gegenstandskatalog für die Anerkennung als Klinische Chemikerin/Klinische Chemiker
 
Der Gegenstandskatalog für die Anerkennung als Klinische Chemikerin/Klinischer Chemiker definiert die Weiterbildungsziele und ist Grundlage für die Beurteilung der Weiterbildungsstätten sowie für die Erteilung der Weiterbildungsermächtigungen. Der Gegenstandskatalog wird bei Bedarf aktualisiert. Dazu kann die Anerkennungskommission Experten benennen, welche die Anerkennungskommission nach Rücksprache mit dem Präsidium bei der Aktualisierung des Gegenstandskatalogs unterstützen. Nach Verabschiedung des überarbeiteten Gegenstandskatalogs in der Anerkennungskommission wird er dem Präsidium der DGKL zur Beschlussfassung vorgelegt.
2.2
Organisation der überregionalen Weiterbildung
 
Überregional werden Repetitorien und Kurse angeboten. Die Repetitorien haben die Aufgabe, das von einer Klinischen Chemikerin/einem Klinischen Chemikerin zu beherrschende Wissen in komprimierter Form zu vermitteln. Kurse sollen die praktische Fertigkeiten der Weiterzubildenden in speziellen Bereichen (z.B. hämatologischer Zytologie, Durchflusszytometrie, Toxikologie) verbessern. Die Anerkennungskommission schlägt ein oder mehrere Beauftragte für die einzelnen Weiterbildungsveranstaltungen vor, die vom Präsidium bestätigt werden müssen. Die Beauftragten führen die Weiterbildungsveranstaltungen mit Unterstützung des Sekretariats der Anerkennungskommission durch. Die Teilnahme an der jeweiligen Weiterbildungsveranstaltung wird der Weiterzubildenden/dem Weiterzubildenden bescheinigt.

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3. Durchführung des Weiterbildungsverfahrens


3.1
Ermächtigung zur Weiterbildung von Klinischen Chemikerinnen/zum Klinischen Chemikern
 

Die Ermächtigung zur Weiterbildung zur Klinischen Chemikerin/zum Klinischen Chemiker entsprechend den Richtlinien wird bei dem Sekretär der Anerkennungskommission beantragt.

Der Sekretär holt Informationen über die Struktur und Ausstattung der Weiterbildungsstätte an Hand eines Erhebungsbogens ein. Anschließend erfolgt eine Laborbegehung durch zwei Gutachter. Diese müssen die Anerkennung als Klinische Chemikerin/Klinischer Chemiker der DGKL oder die entsprechende Qualifikation nach den Übergangsregelungen nach Absatz 3.2 der Richtlinien besitzen und Mitglied der DGKL. Eine Gutachterin/ein Gutachter muss der Anerkennungskommission angehören.

Die Gutachter werden von der Anerkennunskommission für jede Begehung neu bestellt.

Die Gutachter übermitteln ihr gemeinsames Votum über die Eignung der Weiterbildungsstätte an Hand eines Kriterienkataloges in schriftlicher Form dem Sekretär der Anerkennungskommission.

Auf Grund der Aktenlage und des Votums der Gutachter entscheidet die Anerkennungskommission über die Ermächtigung der Antragstellerin/des Antragstellers zur Weiterbildung.

Eine Begrenzung der Ermächtigung bezüglich des Weiterbildungsumfangs ist dann vorzunehmen, wenn eine Weiterbildungsstätte wesentliche Abschnitte der im Gegenstandskatalog definierten Inhalte nicht vermitteln kann.

Die Entscheidung über die Ermächtigung wird der Antragstellerin/dem Antragsteller schriftlich mitgeteilt. Einsprüche gegen den Bescheid sind an das Präsidium der DGKL zu richten.

Die Weiterbilderin/der Weiterbilder teilt dem Sekretär der Anerkennungskommission unverzüglich mit, wenn sich die Voraussetzungen ändern, unter den die Weiterbildungsermächtigung erteilt wurde. Die Anerkennungskommission entscheidet auf Grund der Aktenlage oder einer erneuten Begehung, ob die Weiterbildungsermächtigung weiterhin gilt, erweitert, eingeschränkt oder aufgehoben wird. Die Entscheidung wird der Weiterbilderin/dem Weiterbilder schriftlich mitgeteilt.

3.2
Registrierung der Weiterbildung zur Klinischen Chemikerin/zum Klinischen Chemiker
 
3.2.1
Antrag auf Registrierung zur Klinischen Chemikerin/Klinischen Chemiker
   

Die Registrierung zur Weiterbildung wird beim Sekretariat der Anerkennungskommission vorgenommen. Dem Antrag sind folgende Unterlagen beizufügen:

  • Lebenslauf mit wissenschaftlichem Werdegang
  • Art und Datum der akademischen Abschlussprüfungen (in Kopie)

Die Anerkennungskommission entscheidet über den Antrag. Sie legt die Weiterbildungsdauer unter Berücksichtigung rückwirkend anrechenbarer Weiterbildungszeiten gemäß der Abschnitte 2 und 4 der Richtlinien fest und erteilt bei eingeschränkter Weiterbildungsermächtigung der Weiterbilderin/des Weiterbilders gegebenenfalls Auflagen zur Sicherstellung der Weiterbildung. Das Votum der Anerkennungskommission wird der Antragstellerin/dem Antragsteller schriftlich mitgeteilt.

 
3.2.2
Anmeldung zur Abschlussprüfung
   

Zum Abschluss der Weiterbildung beantragt die/der Weiterzubildende spätestens 3 Monate vor dem angestrebten Prüfungstermin schriftlich beim Sekretariat der Anerkennungskommission die Zulassung zur Prüfung unter Vorlage folgender Unterlagen:

  • Zeugnis der Weiterbilder über Art und Umfang der Weiterbildung
  • Teilnahmebescheinigungen an Repetitorien oder Kursen der
  • Aktualisierter Lebenslauf mit wissenschaftlichem Werdegang
  • Zeugnisse über bisherige Berufstätigkeit

Die Fort- und Weiterbildungskommission entscheidet über die Zulassung zur Prüfung.

Sind die Voraussetzungen für die Prüfung erfüllt, wird die Weiterzubildende/der Weiterzubildende zum nächsten Prüfungstermin eingeladen und gleichzeitig aufgefordert,

  • die Prüfungsgebühr in der jeweils gültigen Höhe auf das Konto der DGKL  zu entrichten und
  • drei Themen aus dem Gebiet der Klinischen Chemie (gemäß Gegenstandskatalog) für ein Referat zu nennen.

Spätestens vier Wochen vor dem Prüfungstermin wird der Prüfungskandidatin/dem Prüfungskandidaten unter Nennung des Ortes und des Prüfungstermins bekannt gegeben, über welches der drei Themen referiert werden soll.

Wird dem Antrag auf Zulassung zur Prüfung nicht zugestimmt, so ist dies der Antragstellerin/dem Antragsteller schriftlich mitzuteilen. Einsprüche gegen den Bescheid sind an den Vorsitzenden des ständigenb Vermittlungsausschusses zu richten.

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4. Abschlussprüfung für die Anerkennung zur Klinischen Chemikerin/zum Klinischen Chemiker


4.1
Prüfungstermine
 
Es werden jährlich zwei Prüfungstermine im Abstand von etwa 6 Monaten angeboten. Die Termine werden in den Mitteilungen und auf der Internetseite der Deutschen Vereinten Gesellschaft für Klinische Chemie und Laboratoriumsmedizin veröffentlicht.
4.2
Prüfungskommission
 
Wird die Prüfungskommission nicht vom Vorsitzenden der Anerkennungskommission geleitet, bestimmen die Mitglieder der nach §7.1 der Richtlinien bestellten Prüfungskommission vor Prüfungsbeginn eine Vorsitzende/einen Vorsitzenden. Vor Prüfungsbeginn wird ebenfalls eine Protokollführerin/ein Protokollführer bestimmt.
4.3
Ablauf der Prüfung
 
Die Abschlussprüfung soll 1,5 Stunden nicht überschreiten. Die Prüfung beginnt mit dem zehnminütigen Referat der Prüfungskandidatin/des Prüfungskandidaten. Das Referat ist frei zu halten. Bis zu drei Abbildungen dürfen benutzt werden. Nach einer Diskussion von maximal 10 Minuten mit den Prüferinnen/Prüfern über das Referat werden die Kenntnisse der Prüfungskandidatin/des Prüfungskandidaten auf der Grundlage des jeweils gültigen Gegenstandskatalogs zur Abschlussprüfung für die Anerkennung als Klinische Chemikerin/Klinischer Chemiker geprüft.
4.4
Wiederholungsprüfung
 
Die Prüfung kann frühestens nach 6 Monaten wiederholt werden. Es können der/dem zu Prüfenden Auflagen für eine gezielte Ergänzung seiner Weiterbildung gemacht werden, von deren Erfüllung die Wiederzulassung zur Prüfung abhängig gemacht wird. Die/der Weiterzubildende/der meldet sich zur Wiederholungsprüfung drei Monate vor dem Prüfungstermin beim Sekretariat der Fort- und Weiterbildungskommission an. Der Sekretär teilt der/dem Weiterzubildenden schriftlich mit, welche Unterlagen einzureichen sind.

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5. Anerkennung als Klinische Chemikerin/Klinischer Chemiker


Nach bestandener Abschlussprüfung erteilt die Anerkennungskommission im Auftrage des Präsidenten der DGKL der Bewerberin/des Bewerbers die Anerkennung zur Klinischen Chemikerin/zum Klinischen Chemiker. Die Bewerberin/der Bewerber erhält innerhalb von vier Wochen nach bestandener Prüfung eine Urkunde, in der die Anerkennung als Klinische Chemikerin/Klinischer Chemiker durch die DGKL bescheinigt wird. Die Urkunde ist vom Präsidenten der DGKL und der Vorsitzenden/dem Vorsitzenden der Anerkennungskommission zu unterzeichnen.

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6. Fortbildungszertifikate


6.1
Anerkennung von Fortbildungsmaßnahmen
 
Der Veranstalter beantragt bei der jeweils für den Ort der Veranstaltung zuständigen Landesärztekammer die Anerkennung als zertifizierte Fortbildungsveranstaltung.

Fortbildungsveranstaltungen der IFCC oder IFCC-assoziierter Fachgesellschaften können ebenfalls anerkannt werden. Das gilt auch für Fortbildungsveranstaltungen im In- und Ausland, die im engen Zusammenhang mit Methoden und Inhalten der klinischen Laboratoriumsdiagnostik stehen. Die Teilnahmebescheinigungen der Fortbildungsveranstaltungen dienen als Nachweis für die Fortbildungsmaßnahme.
6.2
Voraussetzungen zur Ausstellung des Fortbildungszertifikats
 

Das Fortbildungszertifikat wird auf Antrag an anerkannte Klinischen Chemikerinnen/Klinischen Chemikern vergeben, wenn sie innerhalb von 5 Jahren 250 Fortbildungspunkte erworben und dokumentiert haben. Die Bewertung der Fortbildungsmaßnahmen erfolgt nach den von den Ärztekammern festgelegten Kriterien.

Das Fortbildungszertifikat wird beim Sekretariat der Anerkennungskommission beantragt. Dazu werden folgende Unterlagen eingereicht:

  • Das ausgefüllte Antragsformular sowie
  • die Teilnahmebescheinigungen für die Fortbildungsveranstaltungen

Der Antrag ist kostenpflichtig und kann nur einmal in 5 Jahren gestellt werden. Der für die Bearbeitung des Antrags auf Erteilung eines Fortbildungszertifikats zu zahlende Betrag wird vom Präsidium der DGKL festgelegt. Die Bearbeitung erfolgt erst nach Eingang der Überweisung. Nach Prüfung der Unterlagen wird – falls der Antragsteller die Kriterien erfüllt – das Fortbildungszertifikat ausgestellt. Das Fortbildungszertifikat ist von der Vorsitzenden/dem Vorsitzenden und dem Sekretär der Anerkennungskommission zu unterzeichnen.

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7. Geltung der Verfahrensordnung


Die Verfahrensordnung wurde vom Präsidium der DGKL bestätigt und tritt am 15.12.2005 in Kraft. Für registrierte Weiterzubildende, die sich zu diesem Zeitpunkt bereits in Weiterbildung befinden, gilt die Verfahrensordnung vom 21.06.1995.

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Kontakt: DGKL Geschäftsstelle